301, 302, 307 oder 308: welcher Statuscode?
| Code | Bedeutung | Wann verwenden |
|---|---|---|
| 301 | Dauerhaft verschoben | Standard für Umzüge, HTTPS, www und neue URLs. Google überträgt die Signale auf das Ziel und indexiert nach einiger Zeit nur noch die neue URL. |
| 308 | Dauerhaft, Methode bleibt | Wie 301, aber ein POST bleibt ein POST. Sinnvoll für APIs und Formular-Endpunkte. Für Google gleichwertig zu 301. |
| 302 | Vorübergehend gefunden | Kurzfristige Umleitungen, etwa eine Aktionsseite. Die alte URL bleibt im Index. Wer 302 dauerhaft stehen lässt, verschenkt Klarheit. |
| 307 | Vorübergehend, Methode bleibt | Wie 302, aber ohne Methodenwechsel. Browser zeigen 307 auch intern an, wenn HSTS greift. |
Wichtig: Browser speichern 301 und 308 oft dauerhaft im Cache. Teste neue Regeln deshalb zuerst mit 302 oder mit curl, und stelle erst auf 301 um, wenn alles stimmt. Sonst jagst du nach einer Korrektur einem alten Cache-Eintrag hinterher.
Redirect-Ketten vermeiden
Eine Kette entsteht, wenn eine Anfrage mehrfach umgeleitet wird, zum Beispiel http://www.example.de erst zu https://www.example.de und dann zu https://example.de. Jeder Sprung kostet eine volle Netzwerkrunde, beim ersten Aufruf auf dem Handy schnell 100 bis 300 Millisekunden. Das verschlechtert Ladezeit und Core Web Vitals, und Google folgt langen Ketten nur begrenzt.
Die beiden kombinierten Varianten oben („HTTPS und ohne www“ bzw. „mit www“) prüfen beide Bedingungen gleichzeitig und leiten in einem einzigen Sprung auf die endgültige Adresse. Setze nicht zusätzlich eine zweite HTTPS-Regel in Plesk oder einem Plugin, sonst entsteht die Kette doch wieder. Prüfe auch interne Links und die Sitemap: Sie sollten direkt auf die endgültige URL zeigen, nicht auf eine weitergeleitete.
Weiterleitung mit curl testen
Der Browser ist zum Testen ungeeignet, weil er Weiterleitungen zwischenspeichert. curl -I fragt nur die Kopfzeilen ab und zeigt den Statuscode und das Ziel:
curl -sI http://www.example.de/ | grep -iE "^(HTTP|location)"Die ganze Kette mit allen Sprüngen zeigt -L. Mehr als eine location-Zeile heißt: Es gibt eine Kette.
curl -sIL http://www.example.de/ | grep -iE "^(HTTP|location)"Nur das Endergebnis, praktisch für Skripte:
curl -sIL -o /dev/null -w "%{http_code} %{url_effective}\n" http://www.example.de/Teste alle vier Varianten der Startadresse: mit und ohne www, jeweils mit http und https. Jede sollte mit genau einem Sprung oder direkt mit 200 auf der Zieladresse landen.
HTTPS-Weiterleitung in Plesk per Schalter
Für die reine Umleitung von HTTP zu HTTPS brauchst du in Plesk keine eigene Regel. Unter Websites & Domains, Hosting und DNS, Hosting gibt es die Option für die dauerhafte, SEO-sichere 301-Weiterleitung von HTTP zu HTTPS. Plesk setzt sie direkt in der Webserver-Konfiguration um. Die www-Entscheidung triffst du in denselben Hosting-Einstellungen unter „Bevorzugte Domain“. Wer beides im Panel setzt, braucht den Generator nur noch für einzelne URLs, Verzeichnisse und Umzüge.
Achte darauf, dass Plesk-Schalter, eigene Regeln und WordPress-Einstellungen (Website-Adresse unter Einstellungen, Allgemein) dieselbe Zieladresse verwenden. Widersprechen sie sich, entstehen Ketten oder Endlosschleifen.
Häufige Fehler
- Endlosschleife hinter Proxy oder CDN: Steht Cloudflare im Modus „Flexible“ davor, kommt jede Anfrage per HTTP am Server an. Die Regel leitet dann immer wieder auf HTTPS um. Lösung: SSL-Modus „Full (strict)“ mit gültigem Zertifikat auf dem Server.
- Regel steht hinter dem WordPress-Block: WordPress leitet mit
[L]alles anindex.phpweiter. Eigene Weiterleitungen gehören darum vor# BEGIN WordPress. - Query-Parameter: Apache hängt die ursprünglichen Parameter automatisch an das Ziel an, die nginx-Regeln oben übernehmen sie per
$is_args$argsbzw.$request_uri. - Alles auf die Startseite umleiten: Bei einem Umzug alte URLs pauschal auf die neue Startseite zu leiten, wertet Google oft als Soft-404. Besser jede wichtige alte URL auf ihr inhaltliches Gegenstück.